3S-Seilbahnstationen am Döppersberg (1)

Ende Oktober hat unser Verein ein Bild veröffentlicht, wie eine 3S-Seilbahnstation am Döppersberg aussehen könnte und damit heftige Reaktionen ausgelöst. Offenbar glauben viele – sogar Verantwortliche in Politik und Verwaltung – man könne eine moderne 3S-Seilbahnstation auf einem Baufeld der Größe des alten Fundbürogebäudes errichten.

3S-Pardatschgratbahn (Ischgl, Österreich)

Wir starten deshalb eine kleine Reihe, in der wir tatsächlich existierende 3S-Talstationen vorstellen. Und wir beginnen mit der Pardatschgratbahn in Ischgl. Sie wurde 2014 eröffnet und hat eine etwas kleinere Kapazität (2.800 P/h), als die von der WSW geplante Bahn in Wuppertal (3.500 P/h).

Der Kernbereich der Talstation hat eine Länge von ca. 47 Metern. Am Döppersberg sähe das dann so aus: 

Zum Vergleich die Station in GoogleEarth:

Ein bisschen Physik: s = 0,5 · a · t2

Die Seilbahn in Wuppertal muss mit bis zu 7,5 m/s (27 km/h) betrieben werden können, um die berechneten Förderkapazitäten zu erreichen. Gleichzeitig muss es möglich sein, die Gondeln in der Station anzuhalten, um einen barrierefreien Einstieg zu ermöglichen.

Alleine der Wende- und der Ein- und Ausstiegsbereich erfordert eine Stationslänge von über 20 Metern. Hinzu kommt aber eine noch Beschleunigungsstrecke, in der die Gondeln wieder auf die Seilgeschwindigkeit gebracht werden müssen, so dass mindestens noch einmal die gleiche Länge bis zum Wiedereinkuppeln der Gondeln zur Verfügung stehen muss.

In diesem Video kann man diese Beschleunigungs- und Abbremsphasen gut beobachten.

Und nun?

Eine solche Talstation mit ihren Fundamenten würde weit in den jetzigen Bahnhofsvorplatz hineinragen. Teile des gerade fertiggestellten Döppersbergs müssten dazu wieder zurückgebaut werden.

Die Alternative, die Gleise der Bahn zu überbauen, wäre technisch anspruchsvoll und teuer. Möglicherweise müsste sogar der Zugverkehr zeitweilig eingestellt werden. Die WSW haben diese Möglichkeit lt. Herrn Jäger mittlerweile ausgeschlossen.

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