Archiv der Kategorie: Seilbahn

Alle Artikel zum Thema Seilbahn in Wuppertal

Jahreshauptversammlung mit Bürgerfragestunde

Unsere Jahreshauptversammlung wird in diesem Jahr zusammen mit einer Bürgerfragestunde stattfinden. Wir werden dieses Jahr nicht mit vorbereiteten Vorträgen informieren, sondern auf die Fragen der Bürgerinnen und Bürger eingehen.

Zu dieser Veranstaltung sind ausdrücklich nicht nur Vereinsmitglieder willkommen.

Donnerstag, 15. März 2018 ab 19:00 Uhr
im Tagungsraum des Technologiezentrums W-TEC
Lise-Meitner-Straße 1-13, 42119 Wuppertal
(gegenüber DELPHI)

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„Lieber auf der Erde bleiben“ und „Finger weg von der Seilbahn“

Auch im zweiten Halbjahr 2017 gab es weiterhin kritische Leserbriefe in den lokalen Medien. Es ist fast schon traditionell, dass wir Ausschnitte in unserem Blog zusammenfassen. Wuppertaler Bürger kritisieren vorrangig die Nachteile für direkte Anwohner der Seilbahn, Busküzungen oder das Finanzierungsgerüst des Seilbahnprojektes.

Bleiben wir lieber auf der Erde, die Stadt Solingen praktiziert Elektromobilität mit Erfolg seit Jahrzehnten. Also sind O-Busse auch in Wuppertal möglich.

Dr. Otto Weise, Leserbrief aus der Cronenberger Woche, 28.07.2017

Ich hatte immer gedacht, das Thema Seilbahn sei endgültig vom Tisch. Scheinbar ist das noch nicht der Fall. (…) Sollte die Seilbahn tatsächlich gebaut werden, würde ich als Cronenberger Bürger in einen bequemen Bus ohne umsteigen zu müssen zum Einkaufen nach Solingen fahren.

Bertold Scherber, Leserbrief aus der Cronenberger Woche, 28.07.2017

Es gibt schon zu denken, dass die Befürworter der Seilbahn überall in Wuppertal wohnen, nur nicht unter der geplanten Seilbahntrasse.

Reinhard Grevers, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau, 02.08.2017

Die Studenten, die wichtige Klausuren zu schreiben haben, kommen zu spät in die Uni, weil der Bus zu voll war. (…) An dieser Stelle schon mal eine kleine Hilfestellung: Fahrt doch einfach eine Bahn früher los oder ein weiterer Vorschlag, falls mal wieder alle Busse überfüllt an einem vorbei fahren, zu Fuß gehen. Die Entfernung liegt unter zwei Kilometer. Ein Grundschüler bekommt sein Schokoticket erst ab zwei Kilometern Entfernung.

Jutta Weigand, Leserbrief aus der Westdeutschen Zeitung, 28.08.2017

Aber über die Belastung der unter der Bahn wohnenden Wuppertaler und über die immensen Folgekosten hat noch niemand nachgedacht. Allein die Folgekosten einer Seilbahn sind immens und stehen sicher in keinem Verhältnis zu den Vorteilen.

Thomas Gehring, Leserbief aus der Wuppertaler Rundschau, 07.10.2017

Unsere Stadtbusse können jederzeit anhalten, wenn es zu tätlichen Angriffen, Rüpeleien oder ähnlichem kommt. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, die „Randalierer“ an die Luft zu setzen, was bei einer Seilbahnfahrt nicht möglich wäre.

Helmut Berger, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau, 21.10.2017

Mit einer Mehrheit von nur neun Stimmen soll die Bahn realisiert werden? Wer hat denn an die Anwohner gedacht? Diese würden in ihrer Privatsphäre erheblich gestört. Die Studenten haben doch genug Möglichkeiten, zur Uni zu kommen. Eine Touristenattraktion ist es bestimmt nicht.

Joachim Oberhoff, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau, 04.11.2017

Die Stadt hat 1,4 Milliarden Euro Kassenkredite, die mit 20 Millionen Zinsen je Jahr bezahlt werden. Bei diesen Schulden will man eine Seilbahn bauen die so unnötig wie ein Kropf ist.

Klaus-Dieter Theis, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau,25.11.2017

Schließlich weise ich auf das seit Dezember 2016 vorliegende Rechtsgutachten hin, das für die durch Überfahrt betroffenen Grundstücksbesitzer Entschädigungsrechte mit oder ohne Enteignung angibt. Die dafür benötigten Gelder sind in den Gesamtbaukosten nur mit 1,6 Millionen Euro enthalten: Das dürfte wohl nicht reichen – bei der Vielzahl der berührten Grundstücke in der Südstadt.

Deshalb wegen der finanziellen Risiken: Finger Weg von der Seilbahn.

Guido Krumbach, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau, 27.12.2017

Wie gewohnt finden sie alle Leserbriefe in voller Länge sowie weitere Meldungen aus der lokalen Presse in unserem Pressespiegel.

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Gutachterzahlen: Halbierung der ÖPNV-Nutzung durch Seilbahn?

Förderfähigkeit einer Seilbahn muss vor Gebäudedeals sichergestellt werden, sonst drohen WSW und Stadt finanzielles Desaster.

In den Verkehrsprognosen für den Wuppertaler ÖPNV nimmt die beauftragte Planungsgesellschaft PGV Köln an, dass von den jetzigen bis zu 15.000 täglichen Busnutzern zwischen Hahnerberg und Cronenberg mit einer Seilbahn nur noch gut 6000 Fahrgäste den ÖPNV nutzen würden. Gemäß diesem, im Auftrag der WSW erstellten, Gutachten könnte mehr als eine Halbierung der ÖPNV-Nutzung eintreten. Umgekehrt dürfte die heute schon hochbelastete Hahnerberger Straße noch mehr Autoverkehr aufnehmen müssen.

Damit wäre die Seilbahn das deutschlandweit erste mit über 60 Millionen Euro bezuschusste ÖPNV-Projekt, welches nachhaltig den Autoverkehr stärkt und den ÖPNV schwächt. WSW-Geschäftsführer Feicht und Oberbürgermeister Mucke präsentierten zwar genau diese Zahlen im letztjährigen April. Eine Erklärung, wie das Projekt unter diesen Bedingungen förderfähig ist und welche Zahlen dem zugrunde liegen, wurde seitdem immer abgeblockt.

Bevor weitere Gelder in den Ankauf von Gebäuden und Grundstücken fließen und städtische sowie WSW-Planungsressourcen in ein gar nicht förderfähiges Projekt gesteckt werden, fordert die Bürgerinitiative Seilbahnfreies Wuppertal e.V. die Stadtspitze sowie den Vorhabenträger auf, absolute Sicherheit über die Förderfähigkeit zu erlangen und die dafür zugrundeliegenden Annahmen, insbesondere die Fahrgastzahlen und Reisezeiten offenzulegen. Ohne Transparenz und ohne robuste Annahmen riskiert die Stadt sogar schon vor dem Einstieg in ein Planfeststellungsverfahren ein finanzielles Desaster.

Hinweis zu den Quellen:

Herr Mucke und Herr Feicht haben in einer Pressekonferenz am 03.04.2017 das Gutachten zur Nutzen-Kosten-Untersuchung vorgestellt. Das Gutachten selber finden Sie im Ratsinformationssystem unter
https://www.wuppertal.de/rathaus/onlinedienste/ris/vo0050.php?__kvonr=18694
als Anlage 03
https://www.wuppertal.de/rathaus/onlinedienste/ris/getfile.php?id=204745&type=do&

Die Verkehrsprognosen finden Sie auf Seite 33 und 34 der Nutzen-Kosten-Untersuchung.

Die Verkehrszahlen selber sind in sehr großen Intervallen angegeben, die kaum vernünftige Rückschlüsse zulassen, außer qualitative Fragen wie „Halbierung der ÖPNV-Nutzung?“. Sowohl Sie als Medienvertreter als auch wir als interessierte Bürger können mit solchen unkenntlich gemachten Zahlen nur wenig anfangen. Darum ist Transparenz und Offenheit sehr wichtig.

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Zwischenbilanz in Cronenberg – eine erfolgreiche Veranstaltung

Rund 100 Personen sind trotz des Fußball-Länderspiels unserer Einladung gefolgt und am 14. November in den Cronenberger Festsaal gekommen. In verschiedenen Vorträgen haben wir über unsere Initiative, über den aktuellen Stand des Seibahnprojektes und die Auswirkungen insbesondere auf Cronenberg sowie über die verschiedenen Akteure im Projekt informiert. Dabei stand unter anderem auch die Information im Vordergrund, die wir kurz vor Beginn der Veranstaltung aus dem Büro des Oberbürgermeisters bekommen haben: Mit einer Entscheidung über das Grundstück für die Talstation ist bis Ende 2017 nicht mehr zu rechnen.

Zuhörer im Cronenberger Festsaal

Am Ende führte unsere Zwischenbilanz zu der Erkenntnis, dass das Seilbahnprojekt in der vorliegenden Form bei objektiver Betrachtung nicht förderfähig sein kann.

Im Anschluss an die Vorträge wurde konstruktiv, leidenschaftlich und teilweise auch emotional über das Seilbahnprojekt in einer offenen Runde diskutiert. Dabei meldeten sich auch Befürworter des Projektes zu Wort.  Der überwiegende Teil der Wortmeldungen war allerdings kritisch gegenüber der geplanten Seilbahn.

Carmen Schnur und Antonino Zeidler bei der Ankündigung der nächsten Trassenbegehung am 18.11.2017

Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich für die Aufmerksamkeit an diesem Abend in Cronenberg.

Meldungen über unsere Informationsveranstaltung aus der lokalen Presse finden sie in unserem Pressespiegel.

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Trassenbegehung am 18. November 2017

„Man sieht nur, was man weiß“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Die Initiative „Seilbahnfreies Wuppertal“ lädt Sie herzlich ein zu einer Begehung der Seilbahntrasse am Samstag, 18.11.2017. Los geht`s um 10 Uhr am Parkplatz vom Schulzentrum Süd, Ecke Lavater-/ Jung-Stilling-Weg.

Wir sind der Meinung, dass man sich nur ein wirkliches Bild machen kann, wenn man die Situation vor Ort erlebt und auch mit Betroffenen gesprochen hat.

Treffpunkt der Trassenbegehung: Parkplatz Jung-Stilling-Weg / Lavaterweg in unmittelbarer Nähe zum Schulzentrum Süd (Bild: openstreetmaps.org)
Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind notwendig. Es geht durch Wiesen und Wälder. Die gesamte Begehung dauert ca. drei Stunden. Wer möchte, kann jederzeit früher „aussteigen“.
Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer!
Jochem und Carmen Schnur
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14. November 2017 – Zwischenbilanz in Cronenberg

Wir laden herzlich zur einer Informationsveranstaltung in Cronenberg ein. Am 14. November ziehen wir eine Zwischenbilanz. Es geht um die Folgen des möglichen Seilbahnprojektes für Cronenberg (Buskürzungen) und für Wuppertal (Kosten). Nach Grußworten von Michael-G. von Wenczowsky werden wir in Vorträgen über dieses Thema informieren.

Die Veranstaltung ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Bushaltestellen Cronenberg Rathaus / Amboßstraße zu erreichen. Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend.

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3400 Studenten fahren in Vorlesungszeit zur Universität

Nur ein kleiner Bruchteil der Eingeschriebenen nutzt tatsächlich den ÖPNV

Der immer wiederkehrende Verweis auf über 25.000 Studenten und Bedienstete der Universität verschleiert den tatsächlichen Nutzerkreis einer Seilbahn. Gerade einmal 3400 Fahrgäste steigen an der Haltestelle Universität aus, wie eine im Auftrag der WSW durchgeführte Verkehrszählung von PGV Köln in den verkehrsstärksten Wochen im Wintersemester 2015/16 gezeigt hat.

Die Campi Haspel und Freudenberg werden von einer Seilbahn gar nicht bedient. Insbesondere wird der Freudenberg durch die geplanten Buskürzungen deutlich schlechter angebunden.

Auch der Campus Grifflenberg profitiert in der Hauptverkehrszeit nicht von einer Seilbahn, da das heutige Busangebot in den Spitzenzeiten um 8 Uhr und um 10 Uhr deutlich mehr Plätze als die Seilbahn anbietet. Wenn Busse zur Universität zu Stoßzeiten schon überfüllt sind, wird dies mit der Seilbahn, aufgrund derer geringeren Kapazität, erst recht der Fall sein. Ein Wachstum der Studierenden- und Fahrgastzahlen ist mit der Seilbahn somit gar nicht möglich.

Es steht bereits fest, dass diese Seilbahn mit Buskürzungen in der gesamten Südstadt erkauft wird. Eine deutliche Zunahme des Autoverkehrs wird unweigerlich die Folge sein. Wie die Bürgerinitiative schon im Juni zeigte, kann mit der neuesten Standardisierten Bewertung alleine zwischen Cronenberg und Elberfeld eine Zunahme des PKW-Verkehrs von über 5 Millionen km nachgewiesen werden.

Der Nutzen einer Seilbahn ist nach wie vor mehr als fraglich.

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Weiterhin viele kritische Leserbriefe

„Kritiker bleiben in der Mehrheit“, titelte die Westdeutsche Zeitung am 17. Juli als Überschrift einer Sammlung von mehreren Leserbriefen zum Thema Seilbahn. In der Tat gab es auch in den vergangenen Monaten weiterhin zahlreiche kritische Leserbriefe. Themen wie Buskürzungen oder die hohen Kosten der Seilbahn beschäftigen weiterhin die Wuppertaler Bürger.

Lesen Sie nachfolgend Zitate aus Leserbriefen der vergangenen Wochen.

Es ist kaum zu fassen, dass auch nur ein Wuppertaler Bürger die zurzeit etwa 83 Millionen Euro für die vorgesehene Seilbahn befürworten kann. Es ist mit Sicherheit bei dieser schier unglaublichen Summe nicht das Ende der Fahnenstange.

Friedrich Steinbrink, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau, 03.06.2017

Sollte Wuppertal hier den Präzedenzfall schaffen, dann dürfte jedoch neben Starkstromleitungen und rotierenden Windrädern schnell ein neues Artefakt den ungestörten Blick zum Himmel verstellen. Und für den dringenden Investitionsbedarf am Boden wird weniger Geld zur Verfügung stehen.

Günter Schiller, Leserbrief aus der Westdeutschen Zeitung, 06.06.2017

Wo sind übrigens die Vorteile für die Umwelt mit der Seilbahn? Wie in Wuppertal üblich müssten zuerst jede Menge Bäume abgeholzt und weitere Natur für die Seilbahn vernichtet werden. Wohnt übrigens einer der Verantwortlichen direkt unter dem geplanten Trassenverlauf?

Frank Khan, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau, 17.06.2017

In Düsseldorf gibt es ein Nahverkehrsproblem und man sucht dafür eine Lösung. In Wuppertal ist es umgekehrt, man hat die „Lösung“ Seilbahn und sucht dafür ein Problem zu deren Rechtfertigung. (…)
Ein Kriterium in der Düsseldorfer Studie für die verschiedenen Nahverkehrssysteme war auch die Akzeptanz in der Bevölkerung. Dieser Aspekt ist in Wuppertal untergeordnet.

Dirk Larisch, Leserbrief aus der Ronsdorfer Wochenschau, 21.06.2017

Wuppertal steht bei einer schwierigen Finanzlage vor großen Aufgaben, die es anzupacken gilt, auch um die Attraktivität dieser Stadt weiter zu erhöhen. Die Seilbahn gehört nicht dazu – Wuppertal hat Besseres verdient.

Hans-Peter Keßler, Leserbrief aus der Westdeutschen Zeitung, 26.06.2017

Bleiben wir lieber auf der Erde. Solingen praktiziert Elektromobilität mit Erfolg seit Jahrzehnten. Also sind O-Busse auch in Wuppertal möglich.Ein hervorragender Beitrag zum Klimaschutz.

Otto Weise, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau 08.07.2017

Technik ist immer gut, wenn sie nicht versagt. Doch wie schleppt man eine Seilbahn ab? Wie richtet man bei einer Seilbahn eine Umleitung ein? Woher kommen die Ersatzlinien? Wie schiebt man eine Seilbahn in die Werkstatt? Diesen Berg von Fragen – beim Stillstand einer Seilbahn – sollten die Oberen von Stadt und Wuppertaler Stadtwerken erst einmal erklimmen.

Günter Dorn, Leserbrief aus der Wuppertaler Rundschau, 08.07.2017

Profit machen dann anschließend die WSW durch Auslichtung oder Streichen der vorhandenen Buslinien. Die Seilbahn in Koblenz ist kein Maßstab. Der Stadtrat sollte sich die Seilbahn in Funchal auf Madeira ansehen. Es macht schon ein beklemmendes Gefühl als Fahrgast von oben in die Wohnräume der Menschen zu schauen.

Reinhard Grevers, Leserbrief aus der Westdeutschen Zeitung 17.07.2017

Wuppertal sollte sich dringend mit anderen Projekten beschäftigen, wie immer noch marode Straßen instandsetzen, wieder ein Tierheim eröffnen, die Adlerbrücke und die Brücke Brandströmstraße endlich fertig stellen, wo seit Jahren rumgehampelt wird.

Hannelore Dorn, Leserbrief aus der Westdeutschen Zeitung 17.07.2017

Das zugrunde liegende Problem des „Studententranportes“ ist ohne Zweifel vorhanden, ob aber eine Seilbahn, die den Südhöhen unzumutbare Busausdünnungen beschert, hier DIE Lösung ist, bezweifle nicht nur ich. Hier wird etwas unter dem Deckmantel des Fortschritts und der Stadtentwicklung von Profiteuren „durchgedrückt“ – schade für Wuppertal.

Martina Plate, Leserbrief aus der Cronenberger Woche, 20.07.2017

Eine Seilbahn jetzt auf dem Boden der veralteten Technik würde uns bald vor die Aufgabe stellen, wer zahlt den Rückbau und die Entsorgung des Schrotts?

Eva Held, Leserbrief aus der Westdeutschen Zeitung, 24.07.2017

Zudem bringt die Seilbahn wegen der gebrochenen Verbindung keine Fahrzeitverkürzung, da die durch die Seilbahn gewonnene Zeit durch den Umsteigevorgang wieder aufgehoben wird. (…) Offensichtlich wollen die WSW und die Lokalpolitik ein neues Leuchtturmprojekt initiieren und das zu Lasten der Bürger, die auf einen jetzt gut funktionierenden Busverkehr angewiesen sind.

Helmut F. Ruppert, Leserbrief aus der Westdeutschen Zeitung, 24.07.2017

 In unserem Pressespiegel haben wir wie gewohnt ein umfangreiches Archiv von Pressemeldungen und Leserbriefen zusammengestellt.

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Wer der Seilbahn zustimmt, stimmt für Buskürzungen

Rund um die Ratssitzung am Montag, den 10. Juni 2017 wurde häufig die Meinung vertreten, man sei für die Seilbahn, wäre aber gegen massive Buskürzungen. Das Szenario, die Betriebskosten einer Seilbahn ausschließlich durch die Streichung des Uni-Einsatzverkehrs zu finanzieren, ist allerdings unrealistisch.

Wie die Cronenberger Woche in ihrer Ausgabe vom 07. Juli schreibt, hat die Bezirksvertretung Cronenberg in der vergangenen Woche mehrheitlich gegen die Seilbahnpläne gestimmt. Acht Bezirksvertreter stimmten dagegen, vier dafür. Bei den Stimmen für die Seilbahn wurde auch die Einschränkung genannt, dass man gegen die geplante Ausdünnung im Busnetz sei. Das gleiche Argument nennen laut der Wuppertaler Rundschau (www.wuppertaler-rundschau.de, 04. Juli 2017) auch die Wuppertaler Grünen.

Im kommenden Jahr 2018 verkehrt der Uni-Einsatzverkehr laut Fahrplan an 141 Tagen. Rechnet man alle Fahrten aller Linien zusammen, entspricht das rund 54.000 Kilometern. Damit spielt der Uni-Einsatzverkehr in der Berechnung der Einsparung für die Seilbahn eine untergeordnete Rolle. Allein die angepasste Linienführung der CE-Busse mit der Seilbahn würde mehr als doppelt so viele Buskilometer einsparen als der komplette Uni-Einsatzverkehr.

Gesamte Fahrstrecke pro Jahr im Jahr 2018 in Kilometern

Die Wuppertaler Stadtwerke WSW nennen in ihrem Geschäftsbericht indirekt Kosten von 4,20 € pro Buskilometer. Wendet man diese Zahl auf den Uni-Einsatzverkehr an, errechnen sich Kosten von rund 225.000 € pro Jahr. Für die Seilbahn nennen die WSW wiederum Betriebskosten von 1,6 Millionen Euro pro Jahr. Unabhängig davon, dass dieser Wert durch Seilbahnfreies Wuppertal massiv angezweifelt wird, kann die Einstellung des Uni-Einsatzverkehrs keinesfalls die Betriebskosten der Seilbahn ausgleichen.

Deshalb gilt: Wer der Seilbahn zustimmt, stimmt auch für Buskürzungen.

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Wuppertal: Seilbahn-Grundsatzbeschluss ohne Grundsatzbeschluss

Entscheidung zum Planfeststellungsverfahren wird auf die lange Bank geschoben

Der Rat der Stadt Wuppertal wird am kommenden Montag zum widerholten Male den Einstieg ins Planfeststellungsverfahren verschieben. Trotz positiver Meldungen sowohl von Oberbürgermeister Andreas Mucke als auch den Wuppertaler Stadtwerken gab es viel Kritik an dem Projekt und den bisher vorgelegten Planungen, so dass die Große Kooperation aus SPD und CDU im Wuppertaler Stadtrat keine Möglichkeit sieht, schon jetzt ins Planfeststellungsverfahren einzutreten und damit das Heft des Handelns aus der Hand zu geben. Stattdessen sollen die Wuppertaler Stadtwerke Risiken rund um die Talstation finanziell und planerisch bewerten. Allen Beteiligten ist klar, dass gemeinsame Projekte mit der Deutschen Bahn ein besonderes Augenmerk verdienen. Das gilt vor allem, wenn eine Seilbahnstation über einem Hauptbahnhof gebaut werden und die Gründung von Betonpfeilern für Station und tonnenschwerer Seilabspannung zwischen den Gleisen bei gleichzeitigem Bahnbetrieb stattfinden soll.

Erst wenn diese Projektrisiken bewertet wurden, wird sich der Wuppertaler Stadtrat mit der Seilbahn beschäftigen. Bis dahin ruht das Projekt. Von einem Einstieg ins Planfeststellungsverfahren kann daher keine Rede sein.

Mittlerweile sprechen sich auch weitere Gruppen komplett gegen das Seilbahnprojekt aus. Die Bezirksvertretung Cronenbergs lehnt mit großer Mehrheit das Projekt ab und befürchtet eine massive Verschlechterung des ÖPNV-Angebotes, da die Wuppertaler Stadtwerke umfangreiche Buskürzungen bei Realisierung der Seilbahn angekündigt haben.

 

Anhang zur historischen Entwicklung:

Im Mai 2015 gingen die Wuppertaler Stadtwerke mit einer Vorstudie zur technischen Machbarkeit an die Öffentlichkeit und postulierten das Seilbahnprojekt als technisch und wirtschaftlich machbar. An dieser Sichtweise wurde schnell Kritik laut, so dass weitere Planungen notwendig schienen, bevor ein Planfeststellungsverfahren angestoßen wird.

Am 7. März 2016 beschloss der Stadtrat die vordringliche finanzielle und rechtliche Bewertung des Seilbahnprojektes, was vom Projektträger Wuppertaler Stadtwerke durchzuführen sei. Im Zuge dieser Planungen wurde eine Bürgerbeteiligung mit 47 Bürgerinnen und Bürgern im September 2016 durchgeführt. Deren Ergebnis war, dass die vorgelegten Zahlen und Pläne nicht für eine endgültige Entscheidung ausreichen würden. Ursprünglich sollte der Stadtrat im November 2016 in einem Grundsatzbeschluss über den Start des Planfeststellungsverfahrens entscheiden, was auf Dezember verschoben wurde, da noch nicht alle Gutachten vorlagen.

Im Dezember 2016 lag nur eine rechtliche Erläuterung zum Verfahren mit den anzuwendenden Gesetzen und Verordnungen vor. Ein Gutachten mit Bewertung der Risiken und Chancen im Planfeststellungsverfahren wurde von der Stadt bis heute nicht veröffentlicht. In der Ratssitzung am 20. Februar 2017 wurde kein Grundsatzbeschluss getroffen, weil Anfang 2017 Gutachten veröffentlicht wurden, in denen die Investitionskostenschätzung um 62% von 51 Millionen auf 82,7 Millionen EUR angehoben wurden. Die für September 2016 angekündigte Standardisierte Bewertung lag auch im Februar 2017 nicht vor.

Eine Nutzen-Kosten-Untersuchung, die angelehnt an ein veraltetes Verfahren der Standardisierten Bewertung erstellt wurde, konnte am 3. April 2017 in einer spontanen Pressekonferenz vorgestellt werden, nachdem Tage zuvor eine Pro Seilbahn Gruppierung aus Ratsmitgliedern und Bezirksbürgermeistern vorbei an allen demokratischen Gremien die unveröffentlichte Beschlussvorlage mit allen Gutachten auf Ihrer Internetseite zum Download bereitgestellt hat („Seilbahn Leaks“). Eine Grundsatzentscheidung und damit der Einstieg ins Planfeststellungsverfahren wurde für den 15. Mai 2017 Anfang April vom Oberbürgermeister angekündigt. Auch der Mai-Termin war nicht zu halten, da sowohl grundlegende sachliche Mängel an den Eingangsdaten zur Nutzen-Kosten-Untersuchung als auch nicht bewertbare Risiken insbesondere zur Talstation bekannt wurden. Eine Verschiebung auf den 10. Juli wurde vereinbart.

Diese Woche beschlossen die Große Kooperation aus SPD und CDU, dass auch in der kommenden Ratssitzung am 10. Juli 2017 kein Grundsatzbeschluss zum Einstieg ins Planfeststellungsverfahren fallen soll, sondern zuerst die Risiken um die Talstation monetarisiert werden müssen. Hierzu sollen zuerst die Kosten zum Erwerb des Talstation- Gebäudes – dieses soll im Besitz der Deutschen Bahn sein – ermittelt werden. Erst wenn diese Kosten bekannt sind, kann über ein weiteres Vorgehen entschieden werden. Von einem Einstieg ins Planfeststellungsverfahrens kann somit im Juli 2017 keine Rede sein.

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