Stadtrat in Groningen lehnt Seilbahnpläne ab

Die Initiative „Flyover Groningen“ hat einen Vorschlag über eine urbane Seilbahn in der niederländischen Stadt Groningen erarbeitet. Der dortige Stadtrat steht der Idee jedoch eher kritisch gegenüber. Auch wenn der Vorschlag immer wieder auf die Agenda gebracht wird, zweifelt man an der Umsetzbarkeit und sieht auch Nachteile für die Stadt. 

Überlegungen, eine innerstädtische Seilbahn in Groningen zu bauen, gibt es seit ca. zehn Jahren. Vorgeschlagen hat die Initiative „Flyover Groningen“ eine Trasse, die vom Fußballstation Euroborg in die historische Altstadt führen würde. Eine Zwischenstation wäre in der Nähe eines IKEA-Möbelhauses vorgesehen.

Auch in Groningen wurde eine 3S-Bahn mit vergleichbarer Trassenführung vorgeschlagen. Die Trasse der Seilbahn würde über bebautes Gebiet führen. Daher lohnt sich ein genauerer Blick in die durch die Niederländische Beratungsfirma Arcadis erstellte Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Vergleich der Seilbahnplangen aus den jeweiligen Konzeptstudien für Wuppertal und Groningen
Vergleich der Seilbahnplangen aus den jeweiligen Konzeptstudien für Wuppertal und Groningen

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zu den Überlegungen in Wuppertal.  Die Bahn in Groningen würde durch einen Investor gebaut und betrieben.  Eine Integration in ein Tarifsystem des öffentlichen Nahverkehrs wäre nicht vorgesehen. In der oben genannten Wirtschaftlichkeitsrechnung geht man von Fahrpreisen für Anwohner und Arbeitnehmer im Einzugsbereich der Stationen von 1,20 Euro pro Fahrt aus. Der überwiegende Teil der erwarteten Fahrgäste (etwa 65 Prozent) wären Gäste, welche mit einem Fahrpreis von 5,10 Euro bezahlen müssten – pro Fahrtrichtung.

Folgende Begründungen wurden vom Groninger Stadtrat bezüglich ihrer Ablehnung des Seilbahnprojektes genannt:

  • Konkurrenz zu vorhandenem ÖPNV. Auf ähnlicher Strecke wurde erst kürzlich eine separate Busspur eröffnet
  • Zweifel, ob es eine Akzeptanz für die hohen Fahrpreise gibt. Wie viele andere Niederlänische Städte ist Groningen eine „Fahrradstadt“
  • Unsichere Annahmen im Finanzierungskonzept.
  • Negative Auswirkungen auf das Stadtbild durch Seilbahnstützen

Trotz der negativen Einstellung des Stadtrates gegenüber der Seilbahn gibt es weiterhin Bestrebungen von Befürwortern, die Planungen fortzuführen. Die Initiative Seilbahnfreies Wuppertal steht in Kontakt mit Gegnern des dortigen Projektes. Dadurch werden wir weiterhin an dieser Stelle über Themen aus Groningen berichten können, die auch für Wuppertal relevant sind.

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